Die Killesbergbahn

Die Anfänge von 15-Zoll Parkeisenbahnen gehen nach England zurück, wo wohlhabende Adelige in ihren ausgedehnten Parkanlagen Modelleisenbahnen errichten und betrieben. Schnell schwappte dieser Boom von der Insel auf das Festland über und 1925 entwickelte die Münchner Lokbauschmiede Krauss & Co zusammen mit der Leipziger Bahnbaufirma Erich Brangsch die erste deutsche Einheits-Liliputlokomotive.

Stuttgart ist eine der wenigen Städte, die auf eine lange Tradition von Parkeisenbahnen, die früher Liliputbahnen genannt wurden, zurückblicken kann. Die Anfänge gehen in das Jahr 1928 zurück, als die Firma Krauss & Co, heute besser bekannt als Krauss-Maffei, eine Schlepptenderlok nach Stuttgart lieferte. Eingesetzt wurde sie im Affenparadies der Königs-Tierzucht, das 1928 als kleiner privater Tierpark mit Affen, Seelöwen und Bären an der heutigen Straße "Am Kochenhof" entstand.

Der eigentliche Startschuss für eine Parkeisenbahn im Höhenpark Killesberg fiel am 22. April 1939 mit der Eröffnung der Reichsgartenschau. Bei dieser Ausstellung wurde erstmals ein 3,5 km langer Rundkurs erbaut. Diese Parkbahn wurde schnell zum Publikumsliebling der Besucher.

Wie auch heute, trugen diese Lokomotiven Namen, sie hörten auf „Ha.no!“ und „Götz von Berlichingen“. Das vorzeitige Ende der Reichsgartenschau kam am Morgen des 1. Septembers 1939 mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges, gleichzeitig wurde auch der Betrieb der Parkeisenbahn eingestellt.

In der Phase des Wiederaufbaus bewarb sich die Stadt Stuttgart erfolgreich um die Ausrichtung der 1. Deutschen Gartenschau. Diese Ausstellung wurde am 3. Juni 1950 durch Bundespräsident Theodor Heuss auf dem Killesberg eröffnet. Als Ausstellungsgelände wurde auf die gleiche Anlage, auf der 1939 die Reichsgartenschau stattfand, zurückgegriffen. Schienen und Personenwagen der Kleinbahn waren noch vorhanden, aber leider keine Lokomotiven mehr.

Zur Bundesgartenschau 1961, die im Höhenpark Killesberg und in den Schloßgartenanlagen statt fand, bekam die Kleinbahn ihr heutiges Abstell- und Werkstattgebäude, in dem fast alle Unterhalts- und Reparaturarbeiten erledigt werden.

Im Vorfeld der „Internationalen Gartenschau 1993 (IGA)“ wurde eine weitere Diesellok (48 PS) für die Killesberg-Kleinbahn bei der Firma DIEMA in Diepholz beschafft. Diese Lok wurde auf den Namen "Schwoabapfeil" getauft und im April 1992 an die Kleinbahn ausgeliefert. Während der IGA wurden mit drei Zügen insgesamt 300.000 Fahrgäste beförderte.

Die Messeleitung erwägte 1994/95 den Verkauf der gesamten Eisenbahn. Es lagen konkrete Angebote von englischen Museumskleinbahnen vor. Buchstäblich in letzter Minute wurde die Bahn und ihre gesamte Anlage zum technisch-historischen Kulturdenkmal erklärt und der Förderverein "Freunde und Förderer der Killesberg Kleinbahn e. V." gegründet.

Seit dem 17. April 2016 schnauft neben den Dampfloks Tazzelwurm und Springerle jetzt auch die Lok "Santa Maria" auf dem Jahr 1928 auf dem Killesberg.

Die Killesbergbahn verkehrt in der Regel täglich von Mitte April (Karfreitag) bis Anfang Oktober (3. Oktober). Neben den drei Dampfloks "Tazzelwurm", "Springerle" und "Santa Maria" und den beiden Diesellokomotiven "Blitzschwoab" und "Schwoabapfeil" besteht der Wagenpark aus 14 überdachten Personenwagen und mehreren kleinen Arbeitswagen. Die Dampflokomotiven werden nur an Wochenenden und Feiertagen eingeheizt, sofern das Wetter mitspielt (Fahrplan).

Quelle: Freunde und Förderer der Killesberg Kleinbahn e. V.