Merzedes-Benz Museum

So einzigartig wie die Autos mit dem berühmten Stern ist auch die Architekturdes Mercedes-Benz Museums in Form einer eleganten Doppelhelix,entworfen vom renommiertenAmsterdamer Architekturbüro „UNStudio“. Zwei ineinander gewundene Spiralen führen durch die gesamte 130-jährige Automobilgeschichte. Hier erleben die Besucher auf 16 500 qm den Mythos der Marke Mercedes mit über160 Fahrzeugen und mehr als 1 500 Exponaten, vom ersten Benz Patent-Motorenwagen von 1886 über dielegendären Automobile der 50er Jahrebis hin zur Reihe der Silberpfeile.

Geschichte

Bis zum Bau des Mercedes-Benz-Museums war die Mercedes-Benz-Sammlung in einer wenig besucherfreundlichen und zu klein gewordenen Halle auf dem Werksgelände in Stuttgart-Untertürkheim untergebracht. Bereits dorthin pilgerten jährlich mehr als einer halbe Million Besucher. Dies waren schon damals mehr Besucher als in jedem andern Museum der Region.

Im Jahr 2001 entschloss sich das Unternehmen, am Rande des Werksgeländes ein neues Museum errichten zu lassen, welches die Geschichte des Unternehmens nicht nur präsentiert, sondern das Prinzip der Mobilität für die Besucher erfahrbar macht und einen Blick in die Zukunft des Automobils eröffnet. Aus dem Architekturwettbewerb für das Museumsgebäude ging 2001 das Architekturbüro UN Studio in Amsterdam hervor. 

So wurde die Region um das Mercedes-Benz-Werk in Stuttgart-Untertürkheim für mehrere Jahre zu einer der spektakulärsten Großbaustellen Deutschlands. Auf der einen Seite der Mercedesstrasse wurde das Gottlieb-Daimler-Stadion WM-tauglich gemacht und auf der anderen begann man nach der Grundsteinlegung im September 2003 vis-à-vis mit dem Bau des Mercedes-Benz-Museums.

Grundsteinlegung

Am 17.9.2003 wurde der Grundstein für diese Projekt gelegt.

Die Grundsteinlegung erfolgt am 17. September 2003, von links:
Eckhard Cordes und Prof. Jürgen Hubbert, Vorstandsmitglieder der damaligen DaimlerChrysler AG,
Max-Gerrit von Pein, Leiter Mercedes-Benz Museum,
Jürgen Schrempp, Vorstandsvorsitzender der damaligen DaimlerChrysler AG und
Erwin Teufel, damaliger Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg

Als sichtbarer Bestandteil der Ausstellung kann die Abdeckung des Grundsteines im Fußboden der Ebene 0 - Faszination Design - in Augenschein genommen werden.

Bauphase

Im Mercedes-Benz Museum gibt es kaum rechte Winkel. Fast alle Wände und Decken, Rampen und Stützen sind gewölbt oder in sich gedreht und gehen in sanften, fließenden Formen ineinander über. Es gibt keine starre Aufteilung in Etagen, die Mythosräume sind fast doppelt so hoch wie die Collectionsräume, und zwischen beiden besteht ein Niveauunterschied von mehr als einem Meter.

Es ist nicht einmal möglich, streng zwischen horizontalen und vertikalen Flächen zu trennen: Die so genannten Twists, zweifach gekrümmte Bauteile, sind die spektakulärste Innovation des Gebäudes. Sie wachsen als senkrechte Wand aus den Aufzugskernen heraus und schrauben sich dann, an den nächsten Schacht angelehnt, in leichtem Bogen nach außen.

Insofern war dies kein einfacher Bau. Schon während der dreijährigen Entstehungszeit des Gebäudes richtete sich das Interesse der Öffentlichkeit auf das neue Museum. Baustellenführungen waren sehr beliebt. Allein für die Gründung des gut 47 Meter hohen Gebäudes wurden 850 Beton-Stahl-Pfähle tief ins Erdreich getrieben. Der Zeitplan war eng. Auf der Baustelle wurde in zwei Schichten gearbeitet: 16 Stunden täglich an sechs Wochentagen.

Eröffnung

Das Museum wurde am 19. Mai 2006 kurz vor Beginn der Fußball-WM in Deutschland eröffnet.

Eröffnung des Mercedes-Benz Museums am 19. Mai 2006:
Dr. Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der damaligen DaimlerChrysler AG (rechts) und
Günther Oettinger, damals Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg.

Mercedes-Benz Museum heute

Zur Ausstellung stehen zahlreiche Fahrzeuge, die Geschichte sind: Legenden wie der älteste noch erhaltene Mercedes von 1902, die berühmten Kompressorfahrzeuge der 1920er und 1930er oder die legendären Flügeltürer. Exponate aus allen zeitgeschichtlichen Epochen, Fahrzeuge aus dem direkten Vorbesitz berühmter Persönlichkeiten und Schaustücke aus allen Bereichen der motorisierten Mobilität sind zu sehen. Kraftvoll und elegant zugleich präsentieren sich die berühmten „Silberpfeile“ in der Steilkurve.

Umfangreiche Informationen erhalten die Besucher über einen Audioguide, der in acht verschiedenen Sprachen zur Verfügung steht und vier Themengebiete umfasst.

Auf dem Weg durch die Ausstellung erleben die Besucher eine einzigartige Zeitreise durch die Automobilgeschichte. Ein Aufzug bringt sie auf die oberste Ebene des Museums. Angekommen im Jahr 1886 führen zwei Rundgänge in weiten Kurven durch die umfangreiche Sammlung zum Ausgangspunkt zurück.

Entlang des ersten Rundgangs sind sieben Mythosräume angeordnet, in denen die Geschichte der Marke in chronologischer Reihenfolge erzählt wird. Der zweite Rundgang ordnet die Fülle der Fahrzeuge in fünf eigenständigen Collectionsräumen, in denen zeitübergreifend die Vielfalt des Markenportfolios und der Sammlung präsentiert wird. Jederzeit kann der Besucher zwischen den beiden Rundgängen wechseln. Sie enden jeweils in der Steilkurve Silberpfeile – Rennen und Rekorde. Ergänzt wird die Ausstellung von dem Bereich Faszination Technik. Dieser gibt Einblick in aktuelle Themen, derzeit in das Thema Design.

Stuttgart Museum Mercedes-Benz Museum 01
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Daten und Fakten

Das Mercedes-Benz Museum vermeldet für 2015 insgesamt 772.750 Besucher - und damit ein Plus von 8,6 %. Seit der Eröffnung vor 10 Jahren haben somit schon 7 Millionen Menschen das Stuttgarter Museum besucht. Bemerkenswert ist dabei die Quote der ausländischen Markenfreunde: 43 % kommen aus dem Ausland in die Landeshauptstadt, nahezu jeder zehnte Museumsbesucher kommt aus China (9%).

Architekt UNStudio, Ben van Berkel & Caroline Bos, Amsterdam
Museumsgestalter HG Merz, Stuttgart
Gebäudehöhe                   47,5 m
Umbauter Raum 210.000 m³
Grundfläche 4800 m²
Ebenen 9
Gesamtgewicht 110.000 t
Ausstellungs-
fläche
gesamt 16.500 m²
Mythos 9100 m²
Collection 5300 m²
Faszination Technik 1300 m²
Club 700 m²
Anzahl der
Exponate
gesamt 1450
Fahrzeuge 160
Wasserfahrzeuge 1
Luftfahrzeuge 2
Motoren 19
Fahrräder 1
Besucherweg
durch das Museum
üblich ca. 1,5 bis 2 km
längster 5 km
Zahl der dreieckigen Außenglas-Scheiben 1800
Im Beton verlegte Elektro- und Datenkabel 630 km
Im Beton verlegte Heizungsrohre 100 km
Menge des enthaltenen Heizwassers 33.000 l
Anzahl der Leuchten im Gebäude 12.000
Gewicht des Medienrings in Raum Mythos 6 14 t
Zahl der Pläne während der Rohbauphase 35.000

Quelle: Wikipedia